Warum gibt es Fotografinnen und Fotografen, denen es scheinbar bei jeder Aufnahme gelingt das perfekte Motiv, den richtigen Ausschnitt und in der Bearbeitung die passenden Dinge auf die richtige Art zu korrigieren, während man selbst oft wie der buchstäbliche Ochs vor dem Berge steht und sich die Inspiration partout nicht einstellen will?

Vermutlich ist das gar nicht so. Vielleicht ist das tolle Foto des Profis ja auch nur „zufällig“ entstanden oder es ergab‘ sich eine bestimmte Art der Entwicklung durch das gewählte Motiv. Da es unzählige Tutorials gibt, die Fotografie und Bildbearbeitung behandeln möchte ich an dieser Stelle die Entscheidungen und Wege an verschiedenen Bildern teilen und Schritt für Schritt durchgehen.

Wir beginnen mit einem RAW Foto einer Brücke im Gegenlicht:

Bildidee_01

Der Balken ist verzerrt, der Himmel recht hell und die Kontraste auf der Brücke irgendwie lahm und unwichtig. Zumindest befindet sich der Brückenbalken nicht in der Mitte des Bildes und das Brückengeländer sorgt mit der Schräge für etwas Dynamik. Vielleicht wäre es noch toll gewesen keine Menschen auf der Straße zu haben, aber wir konnten wohl nicht warten und ein Stativ mit Graufilter hatten wir auch nicht dabei.

Was ist der nächste Schritt?

Bildidee_02

In dieser Aufnahme erkennt man die ersten Problemzonen. Das helle Gegenlicht hat den Himmel erblassen lassen. Der Vordergrund ist zu dunkel und matschig. Die Details im Brückengeländer sind verloren gegangen und der Balken wirkt ziemlich verbogen, was wohl auf die automatische Verzerrung meines Weitwinkel-Objektives schließen lässt.

Im Detail lässt sich noch eine chromatische Aberration erkennen (Grün- und Magenta-Verschiebung an den Kanten). Diese gilt es natürlich auch weitestgehend zu eliminieren.

Bildidee_03

Der erste Schritt der Bearbeitung ist natürlich die Entwicklung der RAW-Datei. Ob das in Lightroom passiert, in Photoshop oder in einem anderen Programm ist recht egal, ich nehme mal Lightroom.

Chromatische Aberration

Durch die unterschiedliche Brechung farbiger Lichtstrahlen durch Objektivlinsen landen nicht alle Farben auf der gleichen Stelle des Chips/Films. Eine sichtbare Verschiebung von Grün- und Magentatönen kann die Folge sein. Einige Objektive korrigieren diesen optischen Fehler, manche besser, manche schlechter und meins offenbar gar nicht. Ist nicht schlimm, denn Lightroom korrigiert oft automatisch diesen Fehler sobald im Bereich Objektivkorrekturen der Haken richtig gesetzt wird.

Bildidee_04

Fortsetzung folgt in Teil 2…

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