Family_9495 | medlay 2017

Eine Familie ist immer ein verrückter Kosmos. In diesem Fall ist die Verrücktheit allerdings sehr angenehm, warm und irgendwie schön. Als Christiane und Stephan die Idee mit dem Shooting zum Thema Familienfotografie hatten, wussten sie wohl nicht so genau worauf sich alle Beteiligten einlassen würden.

Maya | medlay 2017

Ich habe schon lange keine Aktfotos mehr gemacht. Umso erfreuter war ich über mein Modell Maya, die leichtherzig einfach mal ein paar schöne Bilder von ihrem Körper sehen wollte. An diesem Tag ging es allerdings nicht nur um die Aufnahmen sondern auch um ein Foto-Coaching.

Maya II. | medlay 2017

Es sollten eigentlich Schwarzweißbilder werden, aber bei Mayas Haaren konnte ich einfach der Farbe nicht widerstehen. Alle Aufnahmen sind auf TfP-Basis entstanden.

 

Photoshop Buch medlay

Und was gibt es da Besseres, als mit fröhlichen Kaufanreizen überflutet zu werden? Wie auch in diesem Fall, denn bald ist es soweit und mein erstes kleines Büchlein zum Thema Photoshop kommt aus der Druckerei. Natürlich ist das noch kein „richtiges“ Buch sondern einfach der erste Versuch meine Schulungsunterlagen einfach mal in eine ansprechendere Form zu bringen.

Stolz bin ich trotzdem ein wenig und auch dankbar, insbesondere den Modellen, die sich gefreut haben im Buch aufzutauchen, aber natürlich auch Miriam, die überhaupt die Idee hatte die Unterlagen aufzufrischen und gleich mit den Coverentwürfen und dem Grundlayout den Ausschlag gegeben hat sich dafür mal so richtig ins Zeug zu legen. Vielen lieben Dank!

medlay Photoshop Handbuch

So wird es ungefähr aussehen, allerdings habe ich mich doch – der Praktikabilität wegen – für eine Ringbindung entschieden. Die kann man einfach umklappen und sich entweder auf das Bild oder die Inhalte auf den Seiten konzentrieren. Eine ISBN-Nummer hat das Büchlein übrigens (noch) nicht. Mal sehen wie groß die Nachfrage so ist und ob das für die zweite Auflage interessant sein kann.

Wer Interese daran hat einmal ein Exemplar in der Hand zu halten oder unter den Weihnachtsbaum zu legen kann mir einfach eine E-Mail schreiben.
Wir kommen dann schon irgendwie zusammen.

PS: Kosten sind beim Druck nicht zu vermeiden, allerdings sollten es am Ende nicht mehr als ungefähr 10,- € werden.

verwacklung medlay

Da war ja früher wirklich alles aus. Wieder kein Stativ dabei gehabt, die Objektive hatten auch noch keine Bildstabilisierung und im Dunkeln ist eben manchmal nur 1/4 Sekunde Belichtungszeit möglich. Zumindest wenn man mal wieder vergessen hat, den ISO-Wert an der Kamera hoch zu stellen und den Chip damit empfindlicher für schwaches Licht zu machen.

Vielleicht war es aber alles nur ein Test um eine verrückte Einstellung in Adobe Photoshop zu testen, wer weiß? Hier auf jeden Fall erst einmal unsere verwackelte Aufnahme, vorentwickelt in Kamera-RAW und Lightroom und dann in Photoshop geöffnet:

Gegen die Verwacklung arbeiten mit medlay

Eigentlich können wir das wegwerfen oder getrost noch einmal fotografieren, aber hier und heute versuchen wir mal das Schlimmste mit Photoshop zu retten.

Gegen die Verwacklung arbeiten mit medlay

Photoshop CC hat da noch etwas für uns. Der Filter Verwacklung reduzieren… ist ein Scharfzeichnungsfilter und findet sich im Hauptmenü des Programms.

Gegen die Verwacklung arbeiten mit medlay

Die Einstellungen sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und das rendern der gesamten Anzeige kann schon einmal etwas länger dauern. Dafür haben wir aber noch eine kleine 100%-Ansicht die sich etwas schneller aktualisiert.Etwas Glättung und Artefaktunterdrückung hilft bei der Korrektur und das passende Verwacklungsspur-Limit muss man einfach durchprobieren. Das alles ersetzt natürlich kein gestochen scharfes Foto. Ist einem die Aufnahme aber besonders wichtig und nicht nachfotografierbar kann man auch verwackelte Aufnahmen noch nutzen.

Gegen die Verwacklung arbeiten mit medlay

Wer mag kann diesen Filter natürlich auch zum „normalen“ Scharfzeichnen nutzen. Ich werde dafür allerdings weiterhin Unscharf maskieren bevorzugen. Hier nochmal beide Versionen nebeneinander:

Gegen die Verwacklung arbeiten mit medlay

 

Einfach die bunten Kanten der chromatischen Aberration in Lightroom entfernen

Jetzt kommt es aber knüppeldick. Ein Fachbegriff erscheint ohne Vorwarnung. Was kann man da tun? Schnell weiter scrollen? Strg+Alt+Entf drücken? Laut Mamaaaaaa rufen?

Die Mutigen unter Euch können tief Luft holen und vielleicht einfach mal weiter lesen. Der Abbildungsfehler mit dem aberwitzigen Namen chromatische Aberration taucht nämlich häufiger auf als Euch lieb sein wird. Wie man den wieder weg bekommt? Kein großes Problem mit Lightroom oder dem RAW-Importfilter von Photoshop. Aber zuerst mal eine kurze Erklärung.

Chromatische Aberration | medlay

Das griechische Wort Chroma bedeutet Farbe und aberrare ist Latein und heißt abschweifen. Das ganze bezeichnet einen Abbildungsfehler von Objektiven und beruht darauf, dass unterschiedlich farbiges Licht an den Linsen des Objektivs auch unterschiedlich gebrochen wird. In unserem Fall sind die magentafarbigen-Rottöne durch die Brechung stark verschoben und sitzen nicht genau da wo sie hingehören, das weiße Licht wurde einfach mal aufgebrochen.

Ein teures achromatisch (korrigiert rot und blau) oder apochromatisch (korrigert zusätzlich noch grün) korrigiertes Objektiv könnte diesen Fehler bereits vor der Aufnahme berichtigen, allerdings haben wir so ein Objektiv eben nicht und müssen uns nach der Aufnahme helfen.

Chromatische Aberration | medlay

In den Objektivkorrekturen hilft es manchmal schon den Haken Chromatische Aberration entfernen zu setzen, in unserem Beispiel ist die Aufnahme aber so extrem im Gegenlicht, dass diese Option allein uns nicht weiter hilft. Die manuelle Einstellung ist gefordert, die Itensität der lilanen Farben bei der Randentfernung wird erhöht und sollte das immer noch nicht reichen, erweitern wir einfach den Farbtonbereich um mehr pinkfarbige Töne bis die magentafarbigen Kanten weg sind. Damit nun auch die grün-blauen Kanten verschwinden, wiederholen wir das gleiche mit den grünen Farbtönen.

Chromatische Aberration | medlay

Jetzt sieht unsere Longboard-Unterseite farblich schon eher aus wie es ausehen sollte. Achtet mal darauf, bei welchen Lichtverhältnissen und mit welchen Objektiven das bei Euch am heftigsten aussieht. Ich habe hier keine weiteren Korrekturen vorgenommen um wirklich nur den Bereich der chromatischen Aberration zu beschreiben. In meinem Workflow ist das bei der RAW-Entwicklung immer der erste Schritt.

Mond medlay

Warum eigentlich nicht? Weil er einfach immer zu hell ist? Weil die Bilder am späten Abend verwackelt sind? Weil Dein Blitz nicht hell genug ist?

Egal was Du tust, die Bilder mit Deinen Standardobjektiv sehen immer irgendwie so aus:

Mond überbelichtet - medlay

Warum ist das so?

Eigentlich ganz einfach. Die Kamera steht auf Automatik, der Belichtungsmesser misst das gesamte Licht und versucht eine mittlere Belichtung (meist des gesamten Bildes, manchmal eines mittleren Teils).

Der Mond ist aber am Abend viel heller als der umgebende Himmel. Zum Glück kannst Du die Kamera jetzt manuell einstellen. Du musst sie nur überlisten und die Zeit der Aufnahme verkürzen.

Das obige Bild wurde automatisch mit Blende 5,6 und 1/60 Sekunde belichtet. Verkürzt Du die Zeit nun auf 1/250 Sekunde und stellst die Blende wieder auf 5,6 bekommst Du eine unterbelichtete Aufnahme. Der Himmel wird dunkler, der Mond aber auch. Ungefähr so:

Mond korrekt belichtet - medlay

Wenn Du jetzt noch ein ordentliches Teleobjektiv hast, kannst Du den Mond immer „richtig“ und warscheinlich sogar aus der freien Hand fotografieren.

Dabei gilt folgende Rechnung welche immer die gleiche Menge Licht auf den Film/Sensor fallen lässt:

Blende 5,6 und 1/250 Sek. und 100 ISO =

Blende 4 und 1/500 Sek. und 100 ISO =

Blende 8 und 1/125 Sek. und 100 ISO

Gut wenn man da die Blendenreihe kennt und weiß, dass jeder Schritt immer eine Halbierung oder Verdoppelung der Lichtmenge bedeutet. Und zwar egal ob man an der Blende dreht, die Belichtungszeit verändert oder die Empfindlichkeit per ISO-Wert angleicht.

Nehmen wir mal an, das Objektiv hat nur Blende 8 als größte Öffnung und ihr habt ein 500mm Teleobjektiv. Dann ist noch nicht aller Tage Abend, denn auch diese Kombination ergibt wieder die gleiche Lichtmenge:

Blende 8 und 1/1000 Sek. und 800 ISO

Damit sollte auch die Teleaufnahme aus der Hand nicht mehr verwackeln.

Zeche Zollverein medlay 2016

Am letzten Wochenende wurde ich von guten Freunden zu einem Fotospaziergang in die Zeche Zollverein eingeladen. Es muss ewig her sein das ich mal dort war, denn wenn auch alte Industrieanlagen immer beliebte Foto-Locations sind, so fühle ich mich doch eher in der Personen- und Portraitfotografie wohl und tue mich mit unbelebten Dingen regelmäßig schwer,

Zeche Zollverein medlay Jörg Kersten

Die kleine Sony 6000 sollte mich diesmal begleiten, mein Rücken würde mir das sicher danken und außerdem hatte ich noch keine wirkliche Gelegenheit mit dem 12mm Samyang zu spielen. Da mir schon vorher klar war, daß es dort vermutlich eher wenig Licht geben würde, nahm ich noch ein Dreibeinstativ mit. Die Aufnahmen entstanden mit voreingestellter Schwarzweiß-Einstellung, ein Spaß der bereits beim fotografieren die grafischen Möglichkeiten erkennen lässt ohne sich von der Farbe ablenken zu lassen. Die Bilder sind natürlich trotzdem bunt, denn ohne RAW-Format wird bei diesen extremen Lichtverhältnissen auch die Nachbearbeitung zur Tortur.

Zeche Zollverein medlay Jörg Kersten

Natürlich bieten sich hier auch reduzierte Farben an, alleine der Rost blüht in den schönsten Tönen. Aber hier und heute gefällt mir Schwarzweiß und daher bleibe ich einfach mal dabei. Passiert ist in der Nachbearbeitung relativ wenig. Etwas Kontrastverstärkung mit der Klarheit und eine sanfte Gradationskurvenschlange. Die Belichtungszeiten variieren dabei zwischen 1/15 und 4 Sekunden bei Blenden zwischen 8 und 16. Wer die ISO-Werte partout bei 100 lassen möchte, braucht eben ein wenig mehr Zeit und Geduld.

Zeche Zollverein medlay Jörg Kersten

An diesem Tag sind noch ganz andere Bilder (insgesamt 160 in 4 Stunden) entstanden, die Zeche ist riesig und unglaublich vielfältig, allerdings werde ich es vor dem Urlaub wohl kaum schaffen diese noch zu sichten und zu bearbeiten. Vielleicht wird es dann auch noch eine farbige Reihe geben. Mal sehen wie sich das anfühlt. Vielleicht sollte ich dort mal einen Fotokurs anbieten?

Zeche Zollverein medlay Jörg Kersten

Gestalterische Entscheidungen medlay

Ich hatte heute ein interessantes Gespräch über eines der Themen, die mir immer wieder am Herzen liegen. Als Dozent und Coach für die digitale Mediengestaltung (und nicht nur die Fotografie), liegt es mir am Herzen die Begeisterung für alle gestalterischen Bereiche in meinen Unterricht mitzunehmen und zu hoffen, dass ein Teil dieser Begeisterung aufgenommen und weiter entwickelt wird. Das klappt manchmal und manchmal auch nicht.  Nun bin ich kein Begeisterungslehrer sondern im Bereich von Fotografie, Logoentwicklung, Satz und Layout sowie Bildbearbeitung tätig.

Ich habe nicht das Gefühl in diesen Bereichen ständig neue Maßstäbe setzen zu können, stattdessen ist die Vermittlung gestalterischer Fertigkeiten mein Hauptanliegen. Denn nicht jeder der was kann, ist auch in der Lage das, was er tut, gut und sinnvoll vermitteln zu können. Im Gespräch mit Miriam ging es um die verschlungenen Wege zu gestalterischen Entscheidungen und die Schwierigkeit diese, pädagogisch sinnvoll, mit Hilfe von Video, Blogeintrag, Social Media und Co. zu vermitteln.

Am Beispiel einer mikrotypografischen Bearbeitung eines Schriftzugs, live und in Farbe, lebendig und nicht vom Band, gelang es mir den Ansatz, die Wege, die Gedanken und Ideen zu vermitteln. Natürlich mit einer gehörigen Portion Enthusiasmus und Liebe zur Sache. Wie aber nun diesen (vielleicht auch kleinen) Exkurs in ein Paket packen? Es konzipieren, strukturieren und in Bild (und Ton) festhalten, zurechtschneiden und fachgerecht verpacken? Wenn möglich auch noch mit geringem Aufwand und überschaubarer Zeitschiene…

Ich muss zugeben, dass ich die schriftliche Form und das überschaubare Prinzip eines Blogeintrags sehr mag. Mir ist auch klar, dass auf diesem Wege nicht so viele Menschen erreicht werden können wie es derzeit mit einem Youtube- oder Facebookvideo der Fall sein würde. Da es in der Gestaltung wichtig ist, seine persönliche Art und Sichtweise in den kreativen Prozess einfließen zu lassen, werde ich es erst einmal bei diesem Weg belassen. Und damit es auch einen Mehrwert für die vielen Zeilen Text gibt, die vielleicht nicht jede/r lesen kann oder mag, schließe ich diesen Post mit einem Beispiel einer gestalterischen Entscheidung in bebilderter Kurzform. Wer weiß, vielleicht mache ich ja irgendwann einen Comic daraus.

Viel Spaß damit und schönen Gruß

Jörg

Ein Bild und jetzt?

Bildentscheidungen medlay

Model: Lea Landskron

Was genau ist es eigentlich, dass manche Fotografen und Bildbearbeiter befähigt so schnell und zielsicher umsetzen zu können was sie wollen? Und was genau unterscheidet den Vollprofi vom unsicheren Anfänger? Meiner Meinung nach ist das geschulte Sehen der wichtigste Teil des kreativen Prozesses. Wer nicht richtig sehen kann, wird auch kaum in der Lage sein zu analysieren, zu vergleichen zu entwickeln und letztendlich zu gestalten. Die Frage die sich stellt ist also folgende:

Was sieht der Fotograf (oder die Fotografin) im linken Roh-Bild, was ihn dazu bewegt eine Entwicklung wie im rechten Nachher-Bild vorzunehmen?

Eine Analyse könnte helfen:

  1. Das Original ist unterbelichtet, dunkle Bildteile „saufen ab“ und zeigen keine Details mehr
  2. Die Farben sehen schwach und farbstichig aus, eine klare Farbsprache in Form eines Stils oder Farblooks fehlen
  3. Dem Bild fehlen Lichter, also helle Stellen, die brillanter wirken würden
  4. Die Struktur der unterschiedlichen Materialitäten ist nicht gut erkennbar

Man kann nahezu jedes Bild nach diesen Gesichtspunkten analysieren: Belichtung, Farbe, Struktur. Welche Schlüsse man daraus zieht kann (und darf) allerdings individuell sein. In den meisten Fällen werden wir Struktur und Unterschiede in den Oberflächen erkennen wollen. Fast immer werden wir erkennbare Details vorziehen. Ein Bild welches so bewertet und korrigiert wird, sollte dann zumindest besser sein als seine verwaschene Aufnahme. Und ja, all das sollte nicht davon abhalten die Aufnahme mit der passenden Fürsorge zu planen und zu belichten. Manchmal hat das aber eben nicht perfekt funktioniert, in solchen Fällen darf (und sollte) der kreative Mensch mit Plan, Sinn, Verstand und viel Gefühl in den gestalterischen Prozess eingreifen.

Beim nächsten Mal schreibe ich vielleicht noch etwas über Aufbau, Komposition und Grundregeln der Gestaltung. Mal sehen.

#alphaaddicted medlay

Ein Trend ist ein Trend ist ein Trend. Zur Zeit geht der fotografische Trend sicherlich immer noch zur Sony Alpha. Warum eigentlich? Die (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen Systemkameras von Sony sind sicherlich in vielerlei Hinsicht beeindruckend. Ganz viele Videos und Tutorials sind entstanden und es scheint heute muss jeder halbwegs bewegte Fotograf auch mindestens eine Sony sein eigen nennen.

Bei mir scheint das nicht anders. Seit ein paar Wochen erfreue ich mich an meiner kleinen Alpha 6000. Sie ist vor allen Dingen eins: klein! Mein Rücken bedankt sich dafür täglich und auch wenn meine Hände immer noch das Gefühl haben die kleine Kiste würde Ihnen permanent entgleiten, so ist sie mir noch nicht herunter gefallen. Auf den nächsten Urlaub freut sich die kleine Sony sicher schon, die gefühlten 25kg Canon-Ausrüstung werden diesmal brav daheim bleiben.

Einer der Hauptgründe mich gegen eine Systemkamera zu entscheiden, ist meine Schwierigkeit mit dem digitalen Sucher klar zu kommen. Ich sehe eben nicht genau das was meine Canon mir zeigt. Manchmal ist es viel mehr (hauptsächlich im Dunklen), manchmal habe ich das Gefühl es ist viel weniger. Die Anzeige des gemachten Bildes zu deaktivieren hat dabei schon ein wenig geholfen. Im Sucher das Bild 2 Sekunden zu betrachten, dabei aber das Motiv aus den Augen zu verlieren, hat mich doch zu sehr irritiert. Fokussieren ist trotz der ganzen Hilfsmittel (Fokus-Peaking, Gesichts- und Augenerkennung) immer noch eine Herausforderung. Insbesondere wenn ich nicht den Sucher sondern doch das Display benutzen möchte. Da hilft nur üben, üben, üben. Technisch ist da einiges möglich und zum scharfstellen zoomt das kleine Wunder sogar ganz nah an das Motiv heran. Ein wenig hektisch, aber nach einiger Zeit doch auch sehr hilfreich.

Zu meinem neuen Spielzeug gehört inzwischen das Standardobjektiv (gar nicht so schlecht wie überall zu lesen ist), ein Samyang 12mm, 2.0 (was da alles auf das Bild passt) und ein Sony 50mm, 1.8 mit Bildstabilisator (meine neue Portraitlinse). Natürlich auch ein Haufen Akkus, denn die Zeiten in denen ich mit einer Ladung 1000 Bilder machen konnte sind mit einer Systemkamera definitiv vorbei. Aber muss ja vielleicht auch nicht das Problem sein.

Ich bin schon sehr gespannt ob und wie sich die kleine Sony im Studio bewähren wird. Am 9. und 10. Juli werde ich das sicherlich herausfinden und darüber berichten.

Rica Mai 2016 medlay

Nicht jeder hat die Möglichkeit wirklich tolle Fotos in den eigenen vier Wänden herstellen zu können. Vielleicht sind die Fenster zu klein, die Räume zu dunkel und aufgeräumt haben wir auch schon seit ewigen Zeiten nicht mehr. Was liegt da näher als sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuschauen und dort sicherlich auch fündig zu werden.

Das letzte TfP-Portrait-Coaching fand in einer wundervollen Wohnung, hoch über den Dächern von Münster statt. Schöne Räume, große Fenster und sehr freundliche Wohnungseigentümer machten die Aufnahmen zu einem wahren Genuß.

An so einem Tag fange ich üblicherweise mit Fensterportraits an. Also Portraits am offenen Fenster, die bringen ein wunderschönes weiches, dennoch gerichtetes Licht für natürliche Portraitaufnahmen. Ein weiterer Vorteil: Wir können ganz entspannt beginnen, zur Lockerung ein wenig Quatsch machen und unseren Bildern steht keine übertriebene Technik, Blitzanlage, Stative und Kram im Weg. Ich finde es in diesem Moment sehr angenehm ein ungeschminktes Model zu portraitieren, oft sind das nachher die Bilder die mir am besten gefallen.

Rica Mai 2016 medlay Rica Mai 2016 medlay Rica Mai 2016 medlay

Immer noch ungeschminkt, aber dafür ein wenig bearbeitet und entsättigt mag dann vielleicht so ein Bild entstehen:

Rica medlay Portrait

Immer hilfreich wenn es schöne Möbel in der Wohnung gibt. Manchmal um ein Set zu gestalten, manchmal aber auch nur, um einen gemütlichen Ort für weitere Bilder nutzen zu können. In unserem Fall ist das ein hübsches Sofa. Das kann man auch mal schnell vor das Fenster ziehen um das nötige Licht zu erhalten. Mit offener Blende entsteht dann (diesmal ein wenig geschminkt) vielleicht so eine Aufnahme:

_MG_2207

Bei der Entwicklung probiere ich verschiedene Looks und Farbwirkungen aus um mich dann irgendwann für eine Version zu entscheiden. Das ist meist abhängig von meinem Gefühl und dem Bild. Hier noch eine etwas andere Bearbeitung mit einem kühlen Blaustich von einer weiteren Aufnahme, die mir sehr gut gefällt:

_MG_2193

Ein Set sollte nicht zu lange genutzt werden. FotografIn und Model brauchen auch mal eine Pause, 15 bis 20 Minuten sollten daher für ein Thema ausreichen. Schön wenn jemand Kaffee gekocht hat und alle Beteiligten entspannt und gut gelaunt sind. Apropos Kaffee. Das nächste Set zeigt wie wandlungsfähig Rica an diesem Tag war. Von der natürlichen Schönheit der unbeschwerten Jugend bis zur gestylten Poserin, unser Model war perfekt für ein Coaching – ausdauernd, entspannt und gelassen, auch wenn die Kamerabediener mal zwischendurch im selbstverliebten Tech-Talk versanken.

Beim nächsten Set gab es nur eine vage Idee. Es sollte in der Küche stattfinden und nun deutlich gestylter daherkommen.

Rica_medlay_2348 Rica_medlay_2316  Rica_medlay_2275

Die neue Mischlichtsituation erfordert hier schon höhere Iso-Werte, die Kontraste steigen und auch die Farben dürfen in der Bearbeitung kraftvoller daher kommen. Das entstehende Rauschen stört mich persönlich nicht, erinnert es doch an die Körnigkeit eines hochempfindlichen Analogfilms.

Das Fazit an diesem Tag: Wir hatten alle viel Spaß, es entstanden unzählige Aufnahmen in angenehmer Umgebung und die mobile Blitzanlage wurde überhaupt nicht benötigt. Ich freue mich schon auf das nächste Shooting.