Feierabend

Es wird Zeit mal wieder über andere Dinge zu sprechen. Nicht nur die Fotografie ist wichtig für mich, auch die Gestaltung und Produktion von Printprodukten und Webauftritten fällt in mein Ressort. In diesem Fall möchte ich mal flora Grabmale vorstellen. Insbesondere weil es dort in Münster Handorf wirklich einen hübschen Park mit unzähligen Grabsteinen, Findlingen und Felsen gibt. Götz Kerkemeier gibt sich wirklich größte Mühe wenn es um die Leidenschaft geht, mit der er sich um seine Kunden kümmert. Und um es denen Recht zu machen, also einen der größten und ansprechensten Orte zur Auswahl des persönlichen Lieblingssteins zu bieten, lässt Götz wirklich nichts aus und scheut weder Kosten noch Mühen.

Das Ergebnis ist ein Ort, an dem sich entspannt und umfangreich die Welt der Steinmetze schnuppern lässt. Hier kann man den Meistern bei der Arbeit zuschauen, wird beraten und informiert, kann in Katalogen nach Grablampen und Schriftbeispielen schauen und sich so mit dem Thema beschäftigen, eintauchen in die Welt der Steine und Bearbeitungen. Sylvia Kerkemeyer hat dabei genau die passende, ruhige und besonnene Art sich um die Kunden zu kümmern und greift immer zielsicher zum passenden Produktkatalog, wenn es darum geht doch noch eine passendere Typografie, oder einen noch schöneren Engel zu finden.

flora-grabmale.de

PS: Die Preisaktion lief bis Ende August, dort entstanden auch die Jubiläumsfotos

flora Grabmale 80 Jahre

Photoshop Buch medlay

Und was gibt es da Besseres, als mit fröhlichen Kaufanreizen überflutet zu werden? Wie auch in diesem Fall, denn bald ist es soweit und mein erstes kleines Büchlein zum Thema Photoshop kommt aus der Druckerei. Natürlich ist das noch kein „richtiges“ Buch sondern einfach der erste Versuch meine Schulungsunterlagen einfach mal in eine ansprechendere Form zu bringen.

Stolz bin ich trotzdem ein wenig und auch dankbar, insbesondere den Modellen, die sich gefreut haben im Buch aufzutauchen, aber natürlich auch Miriam, die überhaupt die Idee hatte die Unterlagen aufzufrischen und gleich mit den Coverentwürfen und dem Grundlayout den Ausschlag gegeben hat sich dafür mal so richtig ins Zeug zu legen. Vielen lieben Dank!

medlay Photoshop Handbuch

So wird es ungefähr aussehen, allerdings habe ich mich doch – der Praktikabilität wegen – für eine Ringbindung entschieden. Die kann man einfach umklappen und sich entweder auf das Bild oder die Inhalte auf den Seiten konzentrieren. Eine ISBN-Nummer hat das Büchlein übrigens (noch) nicht. Mal sehen wie groß die Nachfrage so ist und ob das für die zweite Auflage interessant sein kann.

Wer Interese daran hat einmal ein Exemplar in der Hand zu halten oder unter den Weihnachtsbaum zu legen kann mir einfach eine E-Mail schreiben.
Wir kommen dann schon irgendwie zusammen.

PS: Kosten sind beim Druck nicht zu vermeiden, allerdings sollten es am Ende nicht mehr als ungefähr 10,- € werden.

In letzter Zeit sieht man immer häufiger Mockups für alle möglichen digitalen Bereiche. Ist es okay diese zu nutzen oder zwingt einen der Individualitätswahnsinn dazu, jede noch so kleine Präsentation persönlich und kreativ herstellen zu müssen?

Mockup Vorlage von Emske.com

Mockup Vorlage von Emske.com

Die Antwort ist natürlich ein klares Jain. Mockups sind cool, schnell und effektiv.
Ungleich toller sind trotzdem selbst gemachte Präsentationen. Und so viel Aufwand ist das ja auch nicht immer.

Übrigens: War die Frage eigentlich ernst gemeint? :-)

Mockup medlay.de

Mockup selbst gemacht von medlay.de

stil medlay

Heute habe ich mich gefragt warum ich eigentlich keinen Stil habe. Viele professionelle Fotografen und Fotografinnen, Workshopleiternnen und Trainer achten sehr auf die Entwicklung Ihres ganz persönlichen Stils. Die erfolgreichen Rollenmodelle machen es konsequent vor und die Like-Zahlen sprießen aus dem Boden wie die Pilze. Also muss ja wohl irgendetwas dran sein an dieser Stil-Nummer. Oder doch nicht?

Wenn ich mir die berühmten Künstler und Fotografen, die Bildermacherinnen und Maler anschaue bestätigt sich die Stil-Idee. Jeder zelebriert seinen eigenen Stil, jeder entwickelt über Jahrzehnte die unverwechselbare Handschrift des Kreativen. Das kann eigentlich nur eines bedeuten: Wenn ich keinen Stil habe, dann kann ich auch nicht dazu gehören. Nicht mitspielen in der edlen Liga der Kunst- und Kulturschaffenden. Oder vielleicht doch?

Vielleicht habe ich nur nicht die Fähigkeit meinen eigenen Stil zu erkennen. Da schleppe ich den nun schon seit ewigen Zeiten mit mir herum und merke es einfach nicht. Vielleicht sollten es auch Andere sein, die in der Lage sind meinen Stil zu erkennen und zu beschreiben. Selbstsicht ist ja immer problematisch, also gebe ich den Ball einfach mal an diejenigen ab, die meine Sachen betrachten und denen auch das eine oder andere gefällt. Oder bringt das nur noch mehr Orientierungslosigkeit?

Schaue ich mir an was meine Tätigkeiten so ausmacht, dann komme ich nicht sofort zu den Produkten die ich fotografiere oder gestalte. Ich komme zu Kontakten und dem Austausch mit Menschen. Nicht wirklich überraschend, wenn man als Dozent an verschiedenen Schulen und Institutionen arbeitet. Vermutlich zeigt sich mein Stil dort, im Seminarraum, dem Workshop und in der Art und Weise wie ich es versuche die nötigen Inhalte zu vermitteln.

Betrachte ich nun diesen Bereich wird mir schnell eines klar. Ich habe doch einen Stil. Der ist aufgrund meiner Art vielleicht nicht in jedem meiner Werke sicht- und vergleichbar, zieht sich jedoch stringent durch alles was ich tue.

Dieser Stil heißt Leidenschaft.

 

Rica Mai 2016 medlay

Nicht jeder hat die Möglichkeit wirklich tolle Fotos in den eigenen vier Wänden herstellen zu können. Vielleicht sind die Fenster zu klein, die Räume zu dunkel und aufgeräumt haben wir auch schon seit ewigen Zeiten nicht mehr. Was liegt da näher als sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuschauen und dort sicherlich auch fündig zu werden.

Das letzte TfP-Portrait-Coaching fand in einer wundervollen Wohnung, hoch über den Dächern von Münster statt. Schöne Räume, große Fenster und sehr freundliche Wohnungseigentümer machten die Aufnahmen zu einem wahren Genuß.

An so einem Tag fange ich üblicherweise mit Fensterportraits an. Also Portraits am offenen Fenster, die bringen ein wunderschönes weiches, dennoch gerichtetes Licht für natürliche Portraitaufnahmen. Ein weiterer Vorteil: Wir können ganz entspannt beginnen, zur Lockerung ein wenig Quatsch machen und unseren Bildern steht keine übertriebene Technik, Blitzanlage, Stative und Kram im Weg. Ich finde es in diesem Moment sehr angenehm ein ungeschminktes Model zu portraitieren, oft sind das nachher die Bilder die mir am besten gefallen.

Rica Mai 2016 medlay Rica Mai 2016 medlay Rica Mai 2016 medlay

Immer noch ungeschminkt, aber dafür ein wenig bearbeitet und entsättigt mag dann vielleicht so ein Bild entstehen:

Rica medlay Portrait

Immer hilfreich wenn es schöne Möbel in der Wohnung gibt. Manchmal um ein Set zu gestalten, manchmal aber auch nur, um einen gemütlichen Ort für weitere Bilder nutzen zu können. In unserem Fall ist das ein hübsches Sofa. Das kann man auch mal schnell vor das Fenster ziehen um das nötige Licht zu erhalten. Mit offener Blende entsteht dann (diesmal ein wenig geschminkt) vielleicht so eine Aufnahme:

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Bei der Entwicklung probiere ich verschiedene Looks und Farbwirkungen aus um mich dann irgendwann für eine Version zu entscheiden. Das ist meist abhängig von meinem Gefühl und dem Bild. Hier noch eine etwas andere Bearbeitung mit einem kühlen Blaustich von einer weiteren Aufnahme, die mir sehr gut gefällt:

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Ein Set sollte nicht zu lange genutzt werden. FotografIn und Model brauchen auch mal eine Pause, 15 bis 20 Minuten sollten daher für ein Thema ausreichen. Schön wenn jemand Kaffee gekocht hat und alle Beteiligten entspannt und gut gelaunt sind. Apropos Kaffee. Das nächste Set zeigt wie wandlungsfähig Rica an diesem Tag war. Von der natürlichen Schönheit der unbeschwerten Jugend bis zur gestylten Poserin, unser Model war perfekt für ein Coaching – ausdauernd, entspannt und gelassen, auch wenn die Kamerabediener mal zwischendurch im selbstverliebten Tech-Talk versanken.

Beim nächsten Set gab es nur eine vage Idee. Es sollte in der Küche stattfinden und nun deutlich gestylter daherkommen.

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Die neue Mischlichtsituation erfordert hier schon höhere Iso-Werte, die Kontraste steigen und auch die Farben dürfen in der Bearbeitung kraftvoller daher kommen. Das entstehende Rauschen stört mich persönlich nicht, erinnert es doch an die Körnigkeit eines hochempfindlichen Analogfilms.

Das Fazit an diesem Tag: Wir hatten alle viel Spaß, es entstanden unzählige Aufnahmen in angenehmer Umgebung und die mobile Blitzanlage wurde überhaupt nicht benötigt. Ich freue mich schon auf das nächste Shooting.

Rica medlay

Eines vielleicht vorweg: Auch zu analogen Zeiten wurden Bilder immer entwickelt. Unabhängig davon ob ich meine Zeit im Fotolabor oder vor dem Computer verbringe, unentwickelte Bilder gibt es nicht. Jedes Smartphone entwickelt die digitalen Aufnahmen nach vorgewählten Standardeinstellungen (Farbtemperatur, Sättigung, Rauschen, etc.) und zeigt auf dem Display nicht genau die, sondern nur eine mögliche Variante des Bildes an. Dabei unterliegt diese Entwicklung gewissen Grenzen der Darstellungsmöglichkeiten.

medlay Portrait - Rica ungeschminkt

Diese Aufnahme wurde mit dem RAW-Format aufgenommen, in Adobe Lightroom importiert und mit den Camera-RAW-Standards in Photoshop geöffnet, verkleinert (960 Pixel statt 5472 Pixel an der Längsseite) und für den Export ein wenig nachgeschärft. Das Portrait von Rica entstand auf dem Boden sitzend vor einem Schrägdachfenster bei bedecktem Himmel mit dem 85mm Tele, 1,8er Blende mit einer 1/200 Sekunde und automatischem Weißabgleich.

Nun kann ich diese Aufnahme natürlich finden, sie retuschieren (auch das haben wir früher schon im Labor getan), die Kontraste und Farben verändern, wie es mir gefällt. An diesem ersten Entwicklungstag gefiel mir diese Version:

medlay Portrait - Rica ungeschminkt und entwickelt

Ich wollte die Natürlichkeit des ungeschminkten Portraits betonen und habe mich daher für eine (wohl eher etwas unnatürliche) Entsättigung und Teiltonung des Bildes entschieden. Ein anderer Tag hätte vielleicht zu einer Betonung der Augenfarbe geführt, wieder ein anderer zu einer Schwarzweißumsetzung. Diese bietet sicherlich den klarsten Hinweis auf die Tatsache, dass alle Bilder immer entwickelt werden und es so etwas wie eine absolute Natürlichkeit in der Fotografie gar nicht geben kann.

Zum Beweis hier eine Reihe von Graustufen die am nächsten Tag entstanden sind und zum Teil leicht getönte Versionen der Aufnahme zeigen. Das erste Bild von links zeigt die reine Entsättigung und Umwandlung in Graustufen, Bilder 2 bis 4 zeigen Kontrastverstärkung und Tönungen in verschiedener Farbe und Intensität:

medlay Portrait - Rica ungeschminkt und entwickelt in Schwarzweiß

Lightroom bietet sich ebenso wie der RAW-Konverter in Photoshop für feine und subtile Entwicklungseinstellungen an. Analysiere ich mal die vier Aufnahmen, kann ich folgendes (für mich) feststellen.

Bild 1 wirkt sehr weich und grau, der Grauton zurückhaltend und weder kühl noch warm.

Bild 2 wirkt dramatischer durch den erhöhten Kontrast und die betonteren Strukturen. Es wirkt kühler als Bild 1 es tut.

Bild 3 kommt mit einem grünen Farbton daher und zeigt mehr Tonwerte. Im Vergleich zu Bild 2 wirkt es weicher und wärmer obwohl hier die Kontrasteinstellungen nicht verändert wurden.

Bild 4 kommt mit satter, rötlicher Farbe daher und wirkt kaum noch wie ein Schwarzweißbild, dabei aber sehr warm und wieder weicher.

Teiltonung RAW-Entwicklung medlay

Nach einigen Versuchen habe ich mich für eine Version zwischen Bild 3 und 4 entschieden, also nicht ganz so „bunt“ wie in Bild 4 und mit etwas weniger Grünanteil wie man ihn in Bild 3 bewundern kann. Das fertige (und immer noch unretuschierte) Ergebnis sieht nun so aus:

medlay Portrait - Rica ungeschminkt und entwickelt in Schwarzweiß mit leichter Tonung

 

medlay Plattencover Portrait

Meist fangen die schönen Dinge des Lebens mit einer kleinen Geschichte an. Im Fall des Bildes meines Neffen mit einem langen Sonntagsfrühstück, jeder Menge Zeit und Entspannung und einem flüchtigen Schnappschuß am Frühstückstisch.

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Da ich gerne vor Ort mit der Entwicklung spiele, probiere ich meist ein paar Dinge aus, um heraus zu finden welche Art mir an diesem Tag am besten gefällt. Die Schwarzweiß-Umsetzung zeigte herrliche Lichter im Gesicht, die auf dem original-Schnappschuß nicht wirklich zu erahnen waren.

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Trotzdem entschied ich mich schnell für eine farbige Version. Wenige Minuten später und mit der Hilfe von Lightroom Mobile und Snapseed hatte ich ein Ergebnis welches mir sehr gefiel.

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Das Originalbild wurde mit meiner Canon 70D bei ISO 800 und einer Brennweite von 50mm aufgenommen, per W-Lan auf mein Smartphone übertragen und dort angehübscht. Nun kann ich das Bild zwar auf dem Smartphone gut finden, für einen Ausdruck reicht allerdings die Qualität nicht wirklich. Zeit, das Original RAW in Lightroom zu öffnen. Dank der ISO-Werte ist das Bild recht rauschig und dank des vorhandenen Lichts wirkt es auch sehr matschig und kontrastarm.

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Mal sehen wie ich das ändern kann. Üblicherweise starte ich eine RAW-Entwicklung immer mit einer möglichen Objektivkorrektur und der Korrektur der chromatischen Aberration. Dies war in diesem Bild nicht nötig, daher entscheide ich mich nur für das hinzufügen einer leichten Objektiv-Vignettierung. Die soll mir nachher helfen das Gesicht in den Vordergrund zu setzen und die Ränder ein wenig abzudunkeln. Links sieht man das Original und rechts die schwache Vignettierung.

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Die nächsten Schritte passieren in den Grundeinstellungen. Das Bild ist viel zu warm, also setze ich den Temperatur-Regler nach links (vorher 3950, jetzt 2583) und passe die Farben nach Geschmack mit der Tönung an (vorher 0, jetzt -22). Diese Einstellungen sind natürlich Geschmacksache. Nun noch die Lichter aufhellen um das Gesicht zu betonen, das Schwarz ein wenig mildern und mit der Sättigung runter und der Dynamik herauf.

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Die Wand gefällt mir nun viel besser, auch wenn das Bild noch einen satten Blaustich hat. Der eigentliche Trick in der Bearbeitung liegt aber im Radial-Filter verborgen. Wählt man diesen aus, kann man im Bild Punkte setzen und mit gehaltener Maustaste Kreisformen aufziehen, in dem eine partielle Veränderung vorgenommen werden kann.

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Legt man später die Maus über die Punkte zeigt eine rote Maske den entsprechenden Bereich an. In diesem Bild lege ich mehrere von diesen Bereichen an, denn ich möchte den Kern des Fotos aufhellen, den Arm anpassen und die Augen betonen.

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Ein Zwischenergebnis sieht dann schon mal so aus. Natürlich ist die Reihenfolge der einzelnen Schritte frei entscheidbar, ich mag aber persönlich einen Workflow, der die Arbeit schneller und effektiver macht. Totzdem springe ich gegen Ende der Bearbeitung immer noch einmal von Einstellung zu Einstellung und nehme kleine Korrekturen vor.

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Nun geht es zu den Farben. HSL steht für Hue (Farbton), Saturation (Sättigung) und Luminance (Helligkeit/Luminanz). Ich verändere oft die Helligkeit einzelner Farben und selten den Farbton, in diesem Beispiel mache ich aber mal umgekehrt, denn ich möchte dem Bild einen anderen Farblook geben, kontrastreicher, kräftiger und beeindruckender.

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Im nächsten Schritt erstelle ich im Bereich Effekte eine leichte Körnung. Mir gefällt das Grobe an diesem zarten Gesicht und eine feine Rauschreduzierung hat das Farbrauschen bereits etwas abgemildert und das Portrait zu weich wirken lassen.

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Die letzten Feinheiten erledigt eine Gradationskurve für mich. Ich persönlich arbeite in Lightroom selten mit Anpassungen der Gradationskurve, in diesem Fall dramatisiert die Kurve das Portrait auf eine einfache und passende Weise.

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Eigentlich bin ich schon sehr zufrieden, trotzdem öffne ich das Bild in Photoshop (old habit) und korrigiere noch ein wenig die Farben und Kontraste mit Einstellungsebenen und Masken und retuschiere die Flecken im Arm ein wenig heraus. Vor dem speichern schärfe ich das Ergebnis mit dem Filter Unscharf maskieren und fertig ist die Vorlage für mein nächstes Plattencover (falls ich jemals eine LP aufnehmen sollte…).

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Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, das Bild ist fast fertig. Zeit für eine Kontrolle der bereits geleisteten Arbeiten.

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Ich habe den Kontrast im Himmel verstärkt, das Weiß aufgehellt, den Horizont begradigt, die Schatteneffekte auf dem Boden hervorgehoben und die Details herausgeholt. Auch die störenden Personen sind nun fort und es sind (in meinen Augen) nur noch ein paar Details zu korrigieren.

Freistellungswerkzeug

Das Bild ist in Photoshop geöffnet und mich stört noch der Auschnitt und der Balken im Vordergrund. Das Freistellungswerkzeug lässt mich bequem erkennen welchen Bereich ich am Ende übrig behalten möchte und welcher wegfällt (dunkle Teile im Bild). Beim Verhältnis orientiere ich mich an den möglichen Druckausgaben 40×30 also 4:3 und füge diese Werte in der Optionsleiste ein. Achtung! Nur diese Werte. Wenn ich jetzt noch cm oder Pixel dazu schreibe, verändert mir Photoshop am Ende noch die Auflösung und löscht Pixel oder erfindet neue dazu. Und das möchte ich nicht.

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An den Ecken anfassend, kann man diesen Ausschnitt leicht verschieben und anpassen. Ich verzichte auf das rechte Haus im Hintergrund um das Bild dort etwas ruhiger zu bekommen und entferne auch die dunkle Kante links vorne im Bild.

Auswahlwerkzeug / Polygon-Lasso-Werkzeug

Der Balken ist jetzt an der Reihe. Er ist fleckig und oben bläulich und verdient eine Korrektur. Hier gibt es viele Möglichkeiten, oft ist es allerdings gut mit einer Auswahl die betreffenen Bereiche zu wählen und damit gleichzeitig die nicht zu verändernden Teile des Bildes zu schützen. Denn nur innerhalb einer Auswahl finden Änderungen statt.

Ich benutze gerne das Polygon-Lasso-Werkzeug. Es ist schnell, sehr exakt und nervt manchmal nur ein klein wenig, wenn man aus Versehen doppelt klickt. Zur Benutzung muss ich nah an den Bildbereich heranzoomen (alt&Mausrad drehen oder ctrl&+, die Mac-User mögen mir meine Ignoranz an dieser Stelle verzeihen) und setze Klick für Klick mit dem Werkzeug um den Balken. Am Ende angekommen ergibt sich eine Auswahl.

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Farb- und Tonwertkorrektur

Innerhalb dieser Auswahl werden jetzt die Veränderungen sichtbar. Ein Weg Farben anzugleichen führt über die Kanalkorrektur der Tonwerte, ein anderer über den Ebenenmodus, wieder einer über die Einstellungsebenen. In meinem Bild ist der Balken oben nicht gleichhell, also verwende ich eine Tonwertkorrektur über die Einstellungsebenen und passe die Mittelwerte an. Mit einem Pinsel und schwarzer Farbe kann ich die Bereiche, die sich nicht verändern sollen, maskieren (Details zu dieser Technik findet ihr übrigens in meiner Photoshop-Einführungs-Broschüre).

Basierend auf der gleichen Auswahl (falls die mal verschwindet, bekomme ich diese ganz schnell mit Strg & Mausklick wieder) verwende ich die Einstellungsebene Selektive Farbkorrektur um jetzt noch den Blaustich ein wenig zu mildern. Dabei hilft die Einstellung Absolut und Grautöne, aber natürlich kann man auch mal bei den anderen Werten schauen. Aus Spaß lasse ich die Lampen auf dem Balken ein wenig aufleuchten und korrigiere noch den Fuß des Balkens mit einer weiteren Tonwertkorrektur und nehme dort noch etwas die Sättigung heraus.

Ich finde dieses Bild jetzt gut. Natürlich könnte man noch…

Ich hoffe Euch hat dieser kleine Rundgang gefallen. Gerne könnt Ihr das auf Facebook kommentieren, mir eine E-Mail schreiben, es teilen oder nachbauen.
Schönen Abend noch.

Jörg

 

PS: Das letzte Bild wurde nicht mir einem sRGB-Profil sondern mit einem Adobe-RGB-Profil gespeichert. Probiert doch mal welches Profil Euch zusagt. Tolle Infos über Farbprofile gibt es natürlich bei cleverprinting.de.

 

 

 

 

 

 

Bildidee medlay

Retusche

Zeit das RAW-Bild in Photoshop zu öffnen und sich um die unbekannten Menschen auf dem Weg zu kümmern. Unsauberkeiten, Überflüssige Bildbereiche, Pickel und andere Dinge die ich los werden möchte entferne ich meist mit dem Ausbessern-Werkzeug. Natürlich kommt auch manchmal der Bereichsreparatur-Pinsel zum Einsatz und auch der Kopierstempel hat noch lange nicht ausgedient. Ein rechter Mausklick auf den entsprechenden Bereich des Werkzeug-Fensters blendet auch die unsichtbaren Werkzeuge ein.

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Bei allen Werkzeugen sind die Einstellungen für den jeweiligen Zweck wichtig. Diese finden wir im Fenster Optionen.

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Mit dem Ausbessern-Werkzeug umrundet man zu entfernende Bereiche, dabei wird eine Auswahl erstellt. Den Inhalt dieser Auswahl kann man dann verschieben. Ein anderer Bereich übernimmt dann die Aufgabe die ausgewählte Fläche zu ersetzen. Üblicherweise macht man das in kleinen Schritten und achtet dabei auf ähnliche Strukturen. Helligkeitsunterschiede kann das Werkzeug meist gut ausgleichen.

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Manchmal gehe ich auch hin und kopiere kleine Bereiche des Bildes um diese dann über das Original zu legen. Eine Maske sorgt dann mit sehr weichen Rändern dafür, dass man den Übergang nicht erkennen kann. Eine Anpassung erfolgt über Strg+t, rechte Maus und dann Verzerren, das gibt mir die Möglichkeit perspektivische Ungenauigkeiten zu korrigieren.

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Diese neuen Ebenen sind frei verschiebbar und liegen dann über den ungewollten Bereichen. Am Ende wird solche eine Korrektur nur mit einer Kombination aus Werkzeugen und Techniken gut funktionieren. Unser Zwischenergebnis sieht dann so aus:

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Fortsetzung folgt in Teil 5…

Verlaufsfilter

Zeit die partiellen Bearbeitungsmöglichkeiten von Lightroom auszukosten. Der Verlaufsfilter wird oft und gerne in der Landschaftsfotografie eingesetzt. Ein zu heller Himmel kann so partiell mit kaum erkennbarem Verlauf abgedunkelt oder dramatisiert werden.

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Der Radial-Filter leistet ebenfalls ganze Arbeit. Diesmal allerdings begrenzt auf kreisförmige Bereiche. Natürlich kann hier auch der Korrekturpinsel eingesetzt werden. Einfach wählen, die betreffenden bereiche vollpinseln und dann die Regler anpassen. Jeder Korrektur hinterlässt einen Bezugspunkt auf dem Bild und kann jederzeit wieder angefasst und eingestellt, dupliziert oder gelöscht werden (Taste Entf.).

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Sobald ich mit diesen Korrekturen zufrieden bin wechsle ich zu den Farbkorrekturen unter HSL / Farbe /SW. HSL steht übrigens für Hue (Farbton) Satuation (Sättigung) und Lightness (Luminanz). Ich verwende das Feld Farbton eher selten, habe bei unserem Beispielbild ein wenig Sättigung und Helligkeit der einzelnen Farben verändert.

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Bei diesem Zwischenstand habe ich dann noch die Sättigung in den Grundeinstellungen herunter und die Dynamik etwas herauf gesetzt. Zusätzlich habe ich das Bild wieder ein wenig aufgehellt und den Kontrast gemildert. So „knallen“ die Farben nicht ganz so heftig.

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Fortsetzung folgt in Teil 4…